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Zu Beginn des Irak-Krieges für eine dreimonatige 'Residency' nach
Venedig zu kommen, schärft die Wahrnehmung und verschiebt die Aufmerksamkeit;
besonders da die Sprache zu Beginn eine Barriere darstellte, wurde das
Auge wachsamer, quasi geschärft. Was in Venedig in diesen Monaten
auffiel, war die militärische Mode, die den Stil von Uniformen und
Kampfanzügen ebenso aufgriff, wie militärische Farben und Muster;
diese Mode war aber kein Ausdruck einer etwa politischen Haltung für
oder gegen den Krieg gewesen, sondern nur ein Stil, ein Look ohne Haltung
oder Position.
Diese Beobachtungen wurden Ansatzpunkt für eine
künstlerische Arbeit; nachdem Venedig eine steinerne' Stadt
ist, mit wenigen Grünflächen (und wenn so sind diese meistens
in Privatbesitz) begann Steffi Jüngling darüber nachzudenken,
für was militärische Muster ursprünglich verwendet wurden:
als Imitation von Grün.
Sie verwendete Stoff mit Camouflage Mustern, um einen Innenhof (La corte
interna alle Zitelle) auf der Insel Giudecca zu begrünen'.
Dafür arbeitete sie zusammen mit einer Gruppe von einheimischen Kindern,
mit denen sie bereits vorher in einem Workshop über Verstecken und
Tarnung in einer Stadt nachgedacht hatte; während dieses Workshops
hatten die Kinder Camouflage Muster für ihre Stadt und die Orte,
wo sie sich beim Spielen gerne verstecken wollten designed.
Gemeinsam mit den Kindern wurde dann der Innenhof, wo
einige von ihnen auch lebten begrünt'.
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