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houyhnhnm

Marble Hill House, Richmond, London, 2002

Marble Hill House, eine Villa an der Themse, außerhalb von London gelegen wurde 1924 für Henrietta Howard(1688-1767), Mätresse des Königs GeorgeII als Sommersitz und Rückzugsmöglichkeit vom Hofleben gebaut. Dort versammelte sie die Poeten und Dilettanten ihrer Zeit um sich.

Auf die Einladung, in Marble Hill House auszustellen, begann ich mich mit dem Leben von Henrietta Howard zu beschäftigen. Ich war an ihrem Kontakt zur literarischen Szene interessiert und insbesonder an ihrer Freundschaft zu Jonathan Swift, dem Autor von „Gullivers Reisen“.
Zunächst einmal wollte ich in dem unpersönlich museal anmutendem Haus eine persönliche Spur der Besitzerin „legen“. Bei meiner Recherche in ihrem Leben stieß ich auf ihre Korrespondenz mit Jonathan Swift und fand ein Zitat, in dem sie sich auf eine weniger bekannte Stelle aus „Gullivers Reisen“ bezog. Dieses Zitat kratzte ich mit einem Diamanten in das Fenster ihres Schlafzimmers:

…may we hope, and, with some probability, expect, that, in time, our female Yahoos will bring a race of Huyhnhnms?

Die Ausdrücke „Yahoo“ und „Houyhnhnms“ stammen aus Gullivers Reise zu einer gewisser „Houyhnhnms-Insel“, wo die Pferde(die sich „Houyhnhnms“ nennen) wie die Menschen als die Herren leben und die Menschen, die sich wie Tiere benehmen und auch so gehalten werden als „Yahoos“ bezeichen.
Neben der Fensterarbeit stellte ich zwei gerahmte Drucke der Ausdrücke „Yahoo“ und „Houyhnhnms“ im Wrought Room aus. Wie Wegweiser für die beiden Arten hingen sie über den beiden Türen.may_we_hopeyahoo